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Einen herzlichen Empfang bereiteten die Kinder und Jugendlichen der Behindertentagesstätte Trebinje Herrn Stefan Schröer, als er im April dieses Jahres in Vertretung der Deutschen Stiftung Katastrophenhilfe die Behinderteneinrichtung im südlichen Bosnien-Herzegowina besuchte. Im Gepäck hatte er Spielzeug und unterschiedliche Lern- und Fördermaterialien, welche in den angebotenen Beschäftigungstherapien der Tagesstätte dringend gebraucht werden.
Die Tagesstätte für behinderte Menschen „We all share the same sun“ in Trebinje wurde 1998 unmittelbar nach den Jahren des Bürgerkriegs gegründet. Die Gründung ist auf eine Initiative von Eltern behinderter Kinder und Jugendliche zurückzuführen, die in den Jahren nach dem Krieg den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung suchten. Heute verfügt die Tagesstätte über 75 feste Tagesplätze, wird jedoch aufgrund ihrer Einzigartigkeit in der Region täglich von mehr als 100 Kindern und Jugendlichen besucht. Die Betreuung übernehmen acht Vollzeitkräfte. Sie werden von freiwilligen Helfern unterstützt, da die Arbeitsbelastung durch die Überbelegung sehr hoch ist. Die Tagesstätte bietet ihren Schützlingen neben Beschäftigungstherapien in einer eigenen Näherei, Tischlerei und Gärtnerei auch Sprach- und Förderunterricht. Die psychologische Betreuung der Kinder, der Jugendlichen und ihrer Familien sowie die soziale Integration in die lokale Gemeinschaft durch integrative Kindergartengruppen gehören ebenfalls zu den Zielen der Einrichtung.
„Ein elementares Problem unserer Tagesstätte besteht darin, dass keine ausreichenden Mittel von öffentlicher Seite zur Verfügung gestellt werden, um unsere Angebote in ausreichender Form durchführen zu können“, so Herr Mijat Sarovic, Leiter der Einrichtung. „Auch die tägliche Überauslastung macht uns sehr zu schaffen. Wir benötigen weitere Räumlichkeiten, Möbel und Ausstattung, um dem Bedarf der Kinder und Jugendlichen gerecht werden zu können. Dafür fehlt allerdings das notwendige Geld“, so Herr Mijat Sarovic weiter. Trebinje liegt inmitten einer strukturschwachen Region, die durch den Bürgerkrieg sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Viele der Familien, die das Angebot der Behindertentagesstätte nutzen, verfügen über kein oder nur ein geringes Einkommen. Aus diesem Grund ist die Einrichtung auf Unterstützung von Außen – wie freiwillige Hilfe und Spenden - angewiesen. Die aus Spenden finanzierten Materialien, die die Deutsche Stiftung Katastrophenhilfe der Tagestätte zur Verfügung gestellt hat, finden in den verschiedenen Beschäftigungstherapien Verwendung. Damit sich die Kinder auf spielerische Art und Weise motorische Fähigkeiten aneignen können und zugleich auch unterschiedliche Formen und Farben erkennen lernen, gehörten auch ausgewählte Spielsachen wie z.B. großteilige Holzpuzzle zu den übergebenen Materialien.
Die Deutsche Stiftung Katastrophenhilfe plant derzeit weitere Unterstützungsmaßnahmen für die Behindertentagesstätte Trebinje. Dazu gehört z.B. ein behindertengerechter Umbau des Kleintransporters. Für den Transport der Kinder und Jugendlichen steht der Einrichtung ein Kleintransporter (9-Sitzer) zur Verfügung, der sich jedoch nicht für den Transport von Rollstuhlfahrern eignet. Bis dato müssen die Betreuer gehbehinderte Kinder und Jugendliche in den Kleinbus hinein- bzw. hinaustragen. An dem Transporter fehlt eine entsprechende Rampe, deren Einbau aus finanziellen Gründen bis dato nicht möglich war. Darüber hinaus benötigt die Tagesstätte weitere finanzielle Mittel für den laufenden Betrieb der Töpferwerkstatt, der Tischlerwerkstatt, Näherei sowie der Kleingärtnerei, in deren tägliche Arbeit die Kinder und Jugendlichen einbezogen werden. Je nach Höhe des Spendenaufkommens können Rohstoffe, Hilfsmaterialien oder sogar neues Werkzeug / neue Geräte angeschafft werden.
Im Namen der Einrichtung sprach Herr Mijat Sarovic allen Spendern der Stiftung, die die Unterstützung ermöglicht haben, seinen herzlichsten Dank aus.  „In den meisten Ländern haben Behinderteneinrichtungen einen schweren Stand. Insbesondere in Kriegs- und Katastrophengebieten werden behinderte Menschen oftmals vernachlässigt“, so Stefan Schröer, Vorsitzender der Stiftung im Rahmen eines Interviews zur aktuellen Situation produzierender Behinderteneinrichtungen im Zuge der Weltwirtschaftskrise. Schröer weiter: „Umso wichtiger ist es, jene Einrichtungen zu unterstützen, die sich dieser Menschen annehmen. Finanzielle Hilfen von Seiten der öffentlichen Hand bilden im Ausland in der Regel die Ausnahme. Einrichtungen – wie z.B. Behindertenwerkstätte – sind im Ausland daher sehr auf eigene Einnahmen aus dem Verkauf der von ihnen produzierten Güter angewiesen, um ihr Fortbestehen zu sichern. Ihre Güter und Dienstleistungen stehen in der Regel in unmittelbarer Konkurrenz zu den lokal oder regional angebotenen Produkten aus „herkömmlicher“ Produktion. Als Partizipant am wirtschaftlichen Geschehen stellen Einbrüche in der Nachfrage – wie wir es derzeit in vielen Ländern der Welt sehen – eine erhebliche Bedrohung für die Existenz der gemeinnützigen Einrichtungen dar. Eine wichtige Aufgabe unserer Stiftung sehen wir darin, über die bedrohlichen Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf produzierende gemeinnützige Einrichtungen zu informieren und bedrohte Einrichtungen dort, wo wir können, auch zu unterstützen.“ Spendenkonto: 9 4567 00 Kontoinhaberin: Dt. Stiftung Katastrophenhilfe Bankleitzahl: 251 205 10 Bank für Sozialwirtschaft, Hannover
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